Montag, 16. September 2013
Welle, ahoi.
Lese alte Zeilen. Aus anderen Zeitaltern. Damals klapperte mein Herz bei jedem Schritt, bei jeder Erschütterung. Und nun liege ich hier. Den Blick an die Decke, das Herz gesenkt, die Haare offen verteilt und rege mich nicht. Nur der Kopf, der rennt. Deine blauen blauen Augen, die mich wieder mal beobachten. Und eine riesige Welle kommt auf mich zu. Deine Welle, die du wieder losgetreten hast. Mich bedroht. Und den alten Sand wieder aufwühlt, der längst mit Muscheln friedlich am Boden schlummert. Bitte dich laut und deutlich ihn liegen zu lassen. Hände auf den Ohren, Augen geschlossen. Wieder und wieder. Nur du kannst nicht. Kannst mich nicht lassen. Richtest deinen Blick auf all die seichten Wellen und sie beben sich auf. Nähern sich rasant, mit einem Tempo auf mich zu. Ich möchte nicht schwimmen, aber ich liebe das Meer. Und das Treiben darauf. Nur wieso schwimmst du nicht davon? Wieso holst du mich mit all deinen Wellen zurück?
Ich bin nicht wie du. Ich hätte dich untergehen lassen sollen, doch ich stand am Steg. Komplett durchweicht und eingefroren. Doch ich habe dir noch einen Rettungsring zu geworfen. Wollte mit dir zu neuen Inseln starten.
Ich bin nicht wie du. Ich hätte dich untergehen lassen sollen. Denn du kannst schwimmen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen