Fahren durch die schlafende Stadt. Sitzen auf dem Balkon und rauchen, bis wir alles vergessen. Nehmen die Nacht in uns auf. Und den rießigen Sternenhimmel über uns. Es ist eine klare Nacht. Eine, die dich gefangen nimmt. Wackel mit den Zehen im Takt. Gegen die Kälte und für den Zauber. Denke an die letzten Tage. An das Abenteuer und die Menschen dahinter.
Sehe wie sie mir alle in die Arme fallen. Immer die gleichen Worte. "Du gehst jetzt wirklich nach Halle? Wann ist es denn soweit?" - "Du musst uns mal besuchen kommen!" - "Du kannst nicht einfach gehen!" - "Ich werde dich so vermissen!". Es sind die Sätze, die den Zauber zerwirbeln, zur Realität machen. Bis jetzt war es nur der kindliche Traum, den jeder sich im wohlgehüteten Kinderzimmer über Lego gebeugt, ausgemalt hat wie ein Ausmalalbum. Ausziehen,sich selber ein chaotisches WG-Zimmer anlegen, die Teller von Wochen vorm Bett stapeln, die dreckische Wäsche mit zu Mutti nehmen und eintauschen gegen die Duftende, wie nur Mutti sie hinbekommt. Heimkommen, wenn andere aufstehen und betrunken mit dem Fahrrad durch die Stadt.
Aber wir sitzen noch hier. Planen das nächste Wochenende. "Du kannst bei mir schlafen, da laufen wir nachts heim." Wir kichern über uns, wie wir hier auf dem Sofa in völliger Dunkelheit sitzen. Am liebsten würde ich schreien. Ganz laut über die Stille hinweg.
Öffnen die Balkontür, schieben unsere Hüftknochen gegen das kalte Geländer. Lachen noch einmal, bis wir anfangen. Hier stehen wir. Zwei Verrückte, mit jeder Menge Gegenwind und schreien in die Nacht hinaus. "Lass uns verschwinden!" - "Ja, ab ins Bett!".
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