Samstag, 28. September 2013

Landung

Die Bilder überschlagen sich. Fühle mich wie besoffen, schwanke umher und habe doch einen klaren Kopf. Wünsche mir einen Drink in die Hand. Der vergessen macht. Der alles einfacher machen würde. Doch bleibt ein Wunsch.
Schließe meine Augen. Sehe Wolkenmassen, das kleine Bordfenster, Balkonstühle, Luftmatratzen und zwischen drin ihre müden Augen. Ihre warmen Hände und die Arme, in die ich gefallen bin. Tauche ein in diese Erinnerung. Wie sie da stand und ihm alle sein Unbehagen nahm. Lachten, redeten und seine funkelnden Augen hinterher, als er mir berichtete: "Sie kommt auch aus der Ukraine? Deine Tante ist  super lieb!". Ja, sie war super lieb.
Würde es gern löschen. Dieses verkackte "war", was den Satz in ein tiefschwarz taucht. Scheiße.
Vorhin saß ich noch im Flieger, habe mit dem Sonnenaufgang um die Wette gestrahlt und dieses magische Gefühl genossen, wenn man hoch oben über allem fliegt. Eins der magischen Dinge, bei dem man so ziemlich alles vergisst. Selbst, dass man sonst nicht mal auf einem Balkon im dritten Stock angstfrei stehen kann.
Und dann kam die Landung. Hart aufgeknallt bei den Worten: "Sie ist gestorben... Gestern Nacht.". Und man wusste nichts davon. Als wir in dem Moment ein paar tausend Kilometer weiter uns auf Zuhause gefreut haben.
Wir wussten nicht, dass nach dem Schweben der Aufbrall wartet.

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