Sonntag, 5. Januar 2014

Worte an dich

Heute schreibe ich dir. Weil die Worte sich in meinem Kopf schon überschlagen und du mich regelmäßig so wütend machst. Aber ich weiß, ich darf dir gegenüber so etwas nicht zeigen. Du kannst damit nicht umgehen. Würdest wahrscheinlich denken, dass die ganze Welt böse und gemein ist und du dich noch mehr vor ihr schützen musst.
Weißt du eigentlich wie traurig es ist dich jedes mal zu treffen? Dein eingeigeltes Leben zwischen Büchern, DVD's und Videospielen, weil du irgendwie hoffst, die Zeit würde so schneller vergehen. Aber was kommt nach deinem Abwarten? Auf was verdammt wartest du? Darauf, dass Menschen dich vom Hocken reißen oder dich mit Nachrichten überschütten? Wer sollte sich denn melden, wenn nie jemand dich vor Gesicht bekommt, du nichts zu erzählen hast außer von deinem Unikram? Keiner mag immer nur Probleme hören. Niemand mag Alleinunterhalter für dich sein. Niemand mag von dir immer nur Ausreden hören, wenn wir dich doch mal zu was außerhalb deiner 4 Wände überreden wollen. Mittlerweile hast du nicht mal mehr Ausreden parat. "Kommst du mit - heute Abend Spieleabend! Hab auch schon Bescheid gegeben, kannst gerne mitkommen. Ich fahre, nehm unterwegs noch jemanden mit. Also Lust?" - Dein wahnsinnig sinnloses Wort "Nein". Punkt.

Traurig finde ich es, wenn du mir dann von den Jahren erzählst. Wie wild wir doch waren, wie verrückt. Wir verrückt? Wir saßen in der Schule und ich habe dich versucht vom Unterricht abzuhalten, weil mir langweilig war. Wo war da was Verrücktes? Was haben wir denn schon riskiert? Ja, ich einen Eintrag - du nichts. Gerade wir sollten jetzt nicht jammern, nicht von Vergangenheit reden - wir sind 20! Wir haben die verdammt geilsten Jahre gerade vor uns! Wir können alles tun! Ich plane gerade mein neues Tattoo und du freust dich auf... ja auf was denn? Auf die Tage, wenn ich wieder von meiner Uniwahlheimat komme und dein Leben um ein paar Stündchen bereichere. Aber was tun wir da? Ich komm zu dir, laber von allem möglichen Zeug, werf deinen Hackysack durchs Zimmer und kann die Minuten zählen, wenn ich erstmal weg bin, bis eine Sms von dir in mein Handy flattert. "Es war so dufte dich wieder zu sehen! Das waren wieder die schönsten Stunden meiner Woche... Wann sehen wir uns das nächste Mal?" - Irgendwann. Dann wenn ich wieder ausgenüchtert, halbwegs erholt bin und gerade mal nichts ansteht. Wenn mein Gewissen sagt, es ist Zeit für einen neuen Versuch dich aus deinen Mauern zu locken und dir zu zeigen, wie scheiße geil bunt die Welt sein kann!

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