Vom Club heimmachen. Zu nüchtern um weiter zu schlechter Musik gut zu tanzen. Zu nüchtern um all die besoffenen Personen zu ertragen und wieder mal einen Ellebogen in der Wirbelsäule zu spüren. Er deutet auf sein Bier. Klar, die Kopfbewegung kennt jeder. Los gehts. Das Lied noch. Und das. Leider geil.
Klauen den Stempel am Einlass und schwingen uns kunstvoll durch das Tor. Arschkalt. Mantelkragen noch oben ziehen, die Ärmen nach unten. Da liegt er. Der Glücksbringer der Nacht. Ein 10'ner, zerknüllt an einer Hausmauer. Ich lache und kann nich aufhören. Erzähle lauthals von meinen gesammelten Einnahmen, seitdem ich in der Stadt wohne. 17,28 €. Während wir in den Edeka schreiten, erzähle ich was von Karma. Oder einfach, dass doch keiner so ein Schwein haben kann, wie ich. "Irgendwas machst du halt richtig!", wohl wahr, denke ich nur. Joghurt. Nein doch ein Smoothie, der hat mir schon oft das Leben gerettet. Und Käse. Ohja unbedingt Käse. Gleich ein ganzes Stück. Emmentaler, weil der hat Löcher. Einmal komplett durch die Regale, bis wir vor den Getränken stehen. Wein hast du noch. Ich brauche Wasser mit Geschmack. Oder Saft. Tausch dreimal alle Flaschen in meiner Hand um am Ende doch die erste zu nehmen. "Oh Nutella brauch ich auch noch. Fürs Frühstück morgen!" Hopse inzwischen durch die Gänge, wieder bis hinter. "Wenn mich jetz jemand hier beobachten würde, der würde doch denken, ich bin hacke dicht. Bin ich aber gar ni. Wirklich. Ich hab nur Hunger. Und Appetit. Und es ist nachts. Und ich hab nen 10'ner gefunden.", schwafel ich dich zu in meinem schönsten Sächsisch. Du schüttelst nur den Kopf und versuchst mir zu folgen.
Begrüßung und ein "Macht das Brett zu!". Haue mich in den letzten freien Sessel und breite meine Errungenschaften breit vor mir aus. Da kommt schon die erste diebische Hand. Alter, Pfoten weg! Mantel als Schutzschild verwenden und selber den Smoothie erfühlen. Decken auf und rein in den Kopf. Mega gut. "Rettet Leben", denk ich mir. Unsere Blicke Treffen sich, der Dieb und ich. Wir sind scharf auf den Käse. Jetzt. Reiße mit den Zähnen die Tüte auf und beiße herzhaft herein. Ich liebe es, wenn man im Käsestück die Zahnreihen zählen kann. Halte dem Dieb den Käse hin. Nur mal abbeißen, aber bloß nicht loslassen. "Alter, lass mal Käse-Chips daraus machen! Einfach in Ofen und schmelzen!", beste Idee des Abends. Und dabei nicht mal meine.
Nun sitze ich hier. Laptop an und warte auf den Käse. 180°, Käse im Ofen, 10'ner gefunden. Was für eine Nacht. Eine Nacht aus einem ganz normalen Leben einer Kiwi.
Gute Nacht.
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