Dienstag, 1. Oktober 2013
Prinzenrolle
Ach wie war das? Der Prinz kommt angeritten, schnappt seine Prinzessin, küsst sie, nachdem er um sie gekämpft hat und weiß sofort, dass er sie für immer bei sich haben will. Und wieso genau hat mich noch kein Prinz entführt?
Es gab da eher einen Frosch, den man küssen musste, um festzustellen, dass auch das nur ein blödes Märchen ist. Frosch blieb Frosch.
Dann gab es da den Bösen. Der harte Kerl, der einen nur brauch um sich noch besser zu fühlen. Der zwar dann tapfer meine Hand hielt, aber mein Herz nicht berührte.
Es gab den Magier in meinem Leben. Der Typ, den man ewig schon kennen kann und trotzdem noch nicht alles weiß. Der sich immer zurücknimmt und wenn du es dann mal geschafft hast, dass er sich an sich heran lässt, deine Hand nie mehr loslassen will. Der dich einnimmt und deine Welt in eine komische eintönige Farbe taucht. Ohne Wunderland.
Und wenn ich es endlich geschafft hatte, an dieser Hand vorsichtig vorbeizugehen, stand da dieser Ritter. Glänzte in seiner Rüstung, zog mich auf sein Pferd, ritt mit mir in den Sonnenaufgang - nur was ist, wenn all das nicht dieses Glücksgefühl halten kann? Wenn irgendwann selbst der Sonnenaufgang langweilig und zeitlich begrenzt ist? Ja, ich stieg mutig ab. Wusste, dass auch die Rüstung nicht immer glänzt und der Ritter regelmäßig selber mit sich in den Krieg zog. Lief paar Schritte, schaute mich um, beobachte all die großen Wesen, wie sie ihr Leben leben. Ihre Heldenbrust nach vorgestreckt, damit auch jede (angehende) Prinzessin über diese fiel. Und sobald sie sich sicher fühlten, die Hand wegzogen, das Pferd in den Stall stellten und die Küsse auf andere verteilten.
Ja, ich habe beschlossen, mein Schema zu ändern. Wozu brauch eine selbstbewusste angehende Prinzessin schon einen Prinzen? Pfff. Ich brauch jemanden, der mich in den Arm nimmt. Der mir über den Rücken streichelt, während ich in seinen Armen schlafe. Ganz ohne Rüstung, ohne Pferd, Sonnenaufgang und mega Herzen zwischen uns. Jemand, der ehrlich ist. Dazu steht, was er tut. Sagt, was er zu sagen hat und ein Mädchen bei sich haben mag, welches ihm zärtlich einen Kuss auf die Wange drückt, seine Hand nimmt und nicht gleich loslässt.
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