Donnerstag, 14. November 2013

Von Ufos. Und so.

0:38. Starre die Zeit an und sie mich. Will nicht verstreichen. Und macht mich auch nicht schlauer, wie ich es mir vorgestellt hatte. Man denkt immer "Ja die Zeit wird es ergeben, wird mir schon weiterhelfen". Nichts tut sie. Guckt nur starr und verstreicht mit jeder blöden Sekunde. Ich will was tun. Aber nicht unten sitzen und lachen und reden und so tun, als wäre der ganze Scheiß normal. Das ist es nicht, nicht für mich. Normalerweise bin ich die Spielerin. Die, die sich nicht zurückmeldet, die macht, was sie denkt. Ständig ihre Meinung ändert und ganz spontan vor der Tür steht.  Die mal wahnsinnig liebe Worte ausspuckt, Traumschlösser baut und dann nie darin einzieht. Aber nun sitz ich hier, bekomm den Mund nicht auf, denke, denke und denke und nichts tut sich. Sollte ich mich melden? Hab ich's verkackt, weil ich dich um meinen kleinen Finger wickeln wollte? Habe ich's schon versaut gehabt, als ich noch nicht einmal auf den Gedanken kam? Nun bist du mein Gedanke. Und jede blöde Zeichnung hat einen wunden Punkt. Drückt man den, bin ich weg. Irgendwo in einer alten Situation eingetaucht, die so sonderbar war, wie alles, was hier irgendwie läuft. Du bist wie ein Ufo. Ich hab nicht an dich gedacht, wusste nicht, dass es dich gibt. Und habe erst recht nicht daran geglaubt. Dann hast du dich kurz gezeigt. Von der schönsten, interessantesten, aufgeregensten und glitzernsten Seite. Und schon warst du da, in meinen Gedanken. Wollte dich berühren, deine Form erkunden, mit dem Finger deine Kratzer nachfahren und merken, wie schön rauh und zart du dich anfühlst. Wollte wissen, was sich hinter dir verbirgt. Was all die Mythen auf sich haben. Warum du so eine Anziehung ausübst und dann eiskalt verschwindest. Ab und zu ein leises Signal sendest, was keiner zu deuten weiß. Weder ich oder die vielen Herzensmenschen, die fast jeden Tag meine Faszination von dir aushalten müssen. Die scheiß Worte, die immer heraussprudeln und jede Unterhaltung, die meine Zunge auf dich lenkt.
Habe ich schon mal erzählt, dass ich Ufos, Weltraumzeug und so ein Scheiß nicht ausstehen kann? Alles Kram, der schwierig ist und von dem ich keine Ahnung habe. Und an den ich nicht glauben konnte, solange ich es nicht selber gesehen habe. Wie dieses Himmels-W. "Ich sehe da nichts", hab ich immer gesagt, egal welcher Arm hoch in den schönsten Sternenhimmel deutete. "Da sind doch unendlich viele, wie soll ich da ein W finden? Und selbst wenn, dass ist doch Zufall! Aus jeden fünf Sternen kann man quasi ein W bauen!". Und dann saß ich auf dem Beifahrersitz, lauschte der Musik, während wir über die Autobahn flogen. "Eeeey schau mal! Da! Das sieht aus wie ein W!", sprudelte aus meinen Mund. Ich war buff. Wirklich, ein richtiges W. Und nun such ich es jeden klaren Abend. Fasziniert mich. Dieses kleine unscheinbare Zeichen. Es ist meins geworden. Sieht aus wie meine fünf kleinen Leberflecke am Handgelenk. Und so seltsam es auch klingt, ich mag es. Richtig doll sogar. Diese zufällige Anordnung von Sternen und Ufos, die verschwinden, wenn man sie einmal, zweimal, vor's Gesicht bekommt.

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