Anderthalb Jahre später.
Hätte gerne eine Uhr, bei der, wenn man an den Zeigern spielt, alle Momente noch einmal vorbeilaufen. Zurückdrehen und die Zeit nur so wirbeln sehen. Uns lachend, weinend, zweifelnd, spielend. Wie ich nachts dir noch eine Nachricht schrieb, ob du noch wach bist, weil ich warme weise Worte brauchte. Oder fett in mein Büchlein schrieb, dass ich viel mehr wert bin und dich nicht mehr sehen mag. Oder das erste Mal deiner Anziehung unterlag.
Heute anderthalb Jahre später sind wir ein Paar. Deine erste Freundin, die du auch schon deinen besten Freunden vorgestellt hast. Sprichst ab und zu über deine Eltern kennenlernen, Familie, Kindernamen und dass es dir nie daran lag, etwas festes zu haben. Jetzt hast du mich. Und keinen Schlaf mehr, weil ich dich mitten in der Nacht anrufe und du früh zeitiger aufstehst um für mich zum Bäcker zu gehen. Weil Frühstück für mich wichtig ist. Der Moment Ruhe, bevor der Sturm losbricht.
So nehm ich meinen Faden in die Hand, schlängel ihn Dienstag um deinen so wie meine kalten Füße zwischen deine. Bilden ein Geflecht aus Tagen, Stunden, gemeinsamen Erinnerungen und Momenten. Und machen einen festen Knoten hinter allem.